Wallet- & Asset-Risiken
In Blockchain-basierten Systemen werden digitale Vermögenswerte nicht über zentrale Konten oder Bankregister verwaltet, sondern über kryptografische Schlüssel. Wallets fungieren dabei als technischer Tresor: Sie bündeln den Zugriff auf sämtliche Onchain-Assets – Kryptowährungen, Stablecoins, tokenisierte Werte sowie nicht-fungible Token (NFTs).
Anders als bei klassischen Bank- oder Börsenkonten liegen Eigentum, Verfügungsmacht und Autorisierung vollständig in der Wallet selbst. Sie ist zugleich Zugangspunkt, Signaturinstanz und Verwahrmechanismus für digitale Vermögenswerte auf der Blockchain. Der Besitz eines Assets ergibt sich nicht aus einem Eintrag bei einer Börse oder einem Institut, sondern ausschließlich aus der Kontrolle über den zugehörigen Private Key. Die Wallet ist damit nicht nur ein Interface, sondern der zentrale Vermögensspeicher.
Der Verlust oder die Kompromittierung eines Private Keys stellt keinen klassischen Cyberangriff dar, sondern einen irreversiblen Kontrollverlust über sämtliche in der Wallet gehaltenen Assets – unabhängig davon, ob es sich um Kryptowährungen, NFTs oder andere tokenisierte Werte handelt.
Da Banken, Börsen und regulierte Verwahrstellen Wallets zunehmend in Custody-, Handels- und Abwicklungsmodelle integrieren, gewinnen diese Risiken auch für klassische Finanz- und Versicherungssysteme erheblich an Relevanz.