Rechtliche Auswirkungen digitaler Vorfälle
Digitale Vorfälle sind immer mehr als technische Ereignisse. Sie greifen in Rechte, Verträge und gesetzliche Pflichten ein – oft bevor klar ist, wie das Ereignis überhaupt entstanden ist. Sobald Daten, Prozesse oder Zugänge betroffen sind, entsteht ein jurischer Raum, in dem verschiedene Regeln gleichzeitig wirken. Dieses Kapitel erklärt, warum Cybervorfälle rechtliche Konsequenzen erzeugen, wie diese Folgen strukturiert werden und welche Rolle die Cyberversicherung dabei übernimmt.
Ein Cybervorfall betrifft stets mehrere Rechtsbereiche gleichzeitig. Sobald personenbezogene Daten berührt sind, greift das Datenschutzrecht. Sobald Dritte Schäden erleiden, entstehen haftungsrechtliche Fragen. Sobald Betrug oder Manipulation im Spiel ist, wird der Vorfall strafrechtlich relevant. Und sobald Verträge nicht erfüllt werden können – etwa durch Ausfälle oder Verzögerungen –, tritt das Vertragsrecht hinzu.
Im Gegensatz zu analogen Schäden entfalten digitale Vorfälle ihre jurische Wirkung nicht nacheinander, sondern gleichzeitig. Das erzeugt Handlungsdruck und erfordert schnelle Entscheidungen, auch wenn die technische Ursache noch unklar ist.